7. Oktober 2026
Zu Zeiten rief mich in unschöner Regelmäßigkeit ein Mensch an, um mir mitzuteilen, in meiner (ehemaligen) Redaktion werde am 7. Oktober noch mit Alkoholischem auf den „Tag der Republik“ angestoßen, was ihn sehr, mich kaum aufregte. Manche haben halt mit wenig Erfolg ihren Entwurf einer Master-Arbeit am Institut für angewandte Empörungstheorie eingereicht. Es mangele ihnen an Substanz, heißt es darüber aus gewöhnlich schlecht unterrichteten Kreisen. Noch immer darf ich sagen, dass ich mehr als die Hälfte meines Lebens in jener Republik verbringen musste: es mangelte mir an Alternativen. Es gab Wege, die ich unbeobachtet ging. Es gab Briefe, die ich erst fand, als ich meine Akten einsehen durfte. Werner Lindemann war, als die Republik ihren letzten Geburtstag mit Pomp am Palast der Republik und Knüppeln an der Gethsemané-Kirche feierte, 63 Jahre alt. Bis zum 9. Februar 1993 erlebte er dann noch die frühen Segnungen einer unfreundlichen Übernahme.