12. Juli 2026

Vier Bände Lyrik von Johannes Bobrowski stehen wieder im Regal, der Nachlass-Titel „Im Windgesträuch“ brachte keine wirklich neuen Einsichten. Eher das Gefühl zu verstehen, dass diese Gedichte nicht in die vorigen drei Bände aufgenommen wurden. Es wäre zu viel gesagt, die Lektüre sei Strafexpedition gewesen, eine Vergnügungsfahrt war es aber auch nicht. Wer sich eine eigene Sprache erschafft, was selten genug in der Lyrik-Geschichte passiert, der muss auch damit leben, dass diese Sprache nicht verstanden wird. Eher wird sie von begeisterten anderen Lyrikern über- oder aufgenommen. Hätte ich meinen Bobrowski-Kompakt-Kurs vor meinem Harald-Gerlach-Gang absolviert, hätte ich mehr Verständnis gehabt für vieles, was mir immer fremder wurde. Nun, da ich mehrfach las, dass Ingeborg Bachmann, berühmte Lyrikerin, keine Gedichte las, möglichst keine Gedichte, bin ich weniger verunsichert, als ich es sein sollte. Ich lese jetzt erst Annerose Kirchner.


Joomla 2.5 Templates von SiteGround